Der M&A-Markt atmet auf: Experten sind optimistisch für 2011
Branchen-Experten erwarten eine deutliche Belebung des M&A-Marktes in Europa und insbesondere in Deutschland

Frankfurt, 27. Januar 2011 - Dafür sprechen Experten zufolge neben dem wirtschaftlichen Aufschwung vor allem die erheblichen Barmittel der Unternehmen, die angesichts des anhaltenden Niedrigzinsumfelds gewinnbringend investiert werden müssen. Zudem steigt die Bereitschaft der Banken, wieder Mittel für Transaktionen zur Verfügung zu stellen, wodurch die Finanzierung von Übernahmen erleichtert wird. Auch wenn sich die zunehmende Aktivität am Markt derzeit noch nicht in der Zahl der getätigten Abschlüsse wiederspiegelt, wird eine entsprechende Zunahme der Transaktionen für 2011 erwartet.
Davon geht auch Data Room Services aus, die als einer der führenden Transaktionsdienstleister im M&A- und Real Estate Bereich seit dem letzten Quartal 2010 eine deutliche Steigerung der Nachfrage nach virtuellen Datenräumen für M&A-Transaktionen verzeichnen konnten. Da der Aufbau des Datenraums bereits Monate vor der Veröffentlichung einer Transaktion erfolgt, ist dies ein aussagekräftiger Indikator für das folgende Marktgeschehen. „Viele unserer Kunden sind wieder auf dem Wachstumskurs. Die Vorbereitungen für potentielle Firmenübernahmen und Zusammenschlüsse sind bereits im vollen Gang und geben begründete Hoffnung auf eine deutliche Belebung des M&A-Marktes und vielleicht auch auf die Rückkehr großer Deals," berichtet Alexandre Grellier, CEO Data Room Services.
Aus einer Studie der Schweizer Großbank UBS und der Unternehmensberatung Boston Consulting geht hervor, dass 37 Prozent der befragten 179 europäischen Manager glauben, dass 2011 die beste Zeit für den nächsten größeren Zukauf ist. Außerdem geht man davon aus, dass in diesem Jahr in Europa 70 bis 80 Transaktionen im Volumen von mehr als 1 Milliarden Euro zu erwarten sind. In den vergangenen zwei Jahren lag die Zahl solcher Deals bei 56 beziehungsweise 54, nach dem bisherigen Rekordjahr 2007 mit 163 Transaktionen. "Die Firmen haben wieder in den Wachstums-Modus umgeschaltet", kommentierte Dan Stillit von UBS die Ergebnisse. Die gesamte Studie in englischer Sprache finden Sie hier. (PDF, 573KB)
Laut Wolfgang Jensen, Senior Advisor Corporate Finance bei Silvia Quandt Research, ist für das Jahr 2011 insbesondere im Bereich des Maschinenbaus und der Automobilzulieferer ein Anziehen der M&A-Aktivitäten zu erwarten. „Viele Unternehmen in diesen Sektoren haben nach der Überwindung ihrer wirtschaftlichen Schwierigkeiten wieder die Handlungsfähigkeit für entsprechende Transaktionen zurückgewonnen. Auch der Bereich der erneuerbaren Energien wird eine größere Rolle spielen. International wird insbesondere dem Rohstoffsektor eine höhere Bedeutung bei M&A-Aktivitäten zukommen", erläutert Jensen in einem Interview mit der finanzwelt.
Allein die kommenden Monate werden entscheiden, ob sich die Einschätzung der Experten erfüllt und das Ende der Durststrecke im M&A-Markt erreicht werden kann.