Der Wald und die Bäume in der Due Diligence
von Jan Hoffmeister, Managing Partner DRS,
veröffentlicht im gemeinsamen Jahrbuch des Bundesverbandes Mergers&Acquisitions und FINANCE
Der Käufer sollte bei einer Buy-Side Due Diligence vier Schritte durchführen, um seine Prüfung erfolgreich abschließen zu können.
Viele Due-Diligence-Projektleiter stehen vor der Herausforderung, ein Team von Spezialisten durch die Buy-Side Due Diligence zu führen. Die Teammitglieder sind oft erstmalig mit einer Akquisitionsprüfung konfrontiert und sehr engagiert. Die Projektleiter der verkaufenden Einheit sind zwar in der Zusammenstellung des Datenraumes meist erfahren, aber jedes zu verkaufende Unternehmen ist anders und die Informationslage damit komplett unterschiedlich. Wenn Käufer und Verkäufer bei der Due Diligence einen optimalen Prozess führen, sollte das im Normalfall zu einer Win-win-Situation führen. Denn durch eine transparent gestaltete Transaktion erhält der Verkäufer einen möglichst hohen Preis bei reduzierten Haftungsrisiken. Der Käufer hingegen bekommt einen positiven Eindruck vom Verkaufsgegenstand und konzentriert sich auf die wesentlichen Elemente, die mit dem Team zu bearbeiten sind.
Die vier Schritte der Buy-Side Due Diligence
Der Käufer muss sich bei der Umsetzung einer optimierten Buy-Side Due Diligence zunächst darüber klarwerden, zu welchem Zweck er die Due Diligence überhaupt durchführt. Dabei sollte er wie folgt vorgehen:
- Sammlung von Fakten zum Kaufgegenstand (für das Kennenlernen und die Integrationsplanung)
- Verifizierung der im (Stand-alone) Businessplan getroffenen Annahmen bezüglich Chancen und Risiken
- Verifizierung der Annahmen im Hinblick auf die Synergien (Ergänzung zu dem eigenen Unternehmen)
- Identifizierung von Show-Stoppern
Die Buy-Side-Due-Diligence-Teams haben häufig die Angewohnheit, sich in den Details ihres Fachgebietes zu verlieren. Ein Fertigungsspezialist könnte sich beispielsweise tagelang mit der Produktionsplanung eines Werkes beschäftigen, ohne dass der nötige Überblick über den gesamten Fertigungsprozess gewonnen würde. Deshalb muss die Due Diligence in jedem Falle "top-down" durchgeführt werden. Das heißt, den Teams werden die obengenannten Ziele noch einmal erläutert, und der Projektleiter sollte einen Prozess etablieren, der das Sich-Verlieren in Details verhindert.
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